Interaktive Einführung: Das Weg-Zeit-Diagramm in der Unfallanalyse
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| WZGD - Weg-Zeit-Geschwindigkeits-Diagramm |
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Produktvideo: Weg-Zeit-Diagramme - Profi-Tool für Unfallanalytiker --weitere Informationen aufrufen--
Im Rahmen einer Verkehrsunfallanalyse stellt der Unfallrekonstrukteur die Annäherungen aller beteiligten Fahrzeuge und Personen in einem Weg-Zeit-Diagramm dar. Jedes bewegte Objekt benötigt mit seiner aktuellen Geschwindigkeit für das Zurücklegen einer Wegstrecke eine bestimmte Zeitdauer. Mit der Betrachtung von Fahrzeugbewegungen im Sekundenbereich erreichen wir nunmehr Dimensionen, die den Zeitverhältnissen vor einer Kollision von Fahrzeugen eher gerecht werden. Wenn ein Fahrzeug also mit 10 m/s (=36 km/h) konstanter Geschwindigkeit bewegt wird, dann ergibt sich aus dieser Geschwindigkeit, dass das Fahrzeug bezogen auf eine beliebige Betrachtungsposition eben einer Sekunde vorher genau 10 Meter davon entfernt war. Eine halbe Sekunde früher betrug der Abstand dann 10:2 = 5 m. In der obigen Grafik ist die Kollisionsposition der Fahrzeuge (hervorgehoben durch das weiße Kreuz) dargestellt. Ausgehend von dem weißen Kreuz wurde für das orangefarbene Fahrzeug die Wegstrecke vor der Kollision nach rechts auf der x-Achse abgetragen und in 5 Meter Schritten skaliert. Der Weg des grünen Fahrzeuges vor der Kollision ist auf der negativen x-Achse nach links abgetragen. (Hinweis: Die Bewegung des Fahrzeuges in der Animation entspricht nicht der gewählten konstanten Geschwindigkeit, zur besseren Veranschaulichung wurde die Bewegung verzögert und das Fahrzeug im Koordinatenursprung angehalten.) Im Grunde ist es also recht leicht die räumliche und zeitliche Entwicklung eines Unfalls im Weg-Zeit-Diagramm zu verfolgen. Tritt die Frage auf, wie viel Zeit noch zur Verfügung stand, als ein Fahrzeug z.B. noch 12.5 Meter von der Unfallstelle entfernt war, lotet man von der x-Achse in der Position 12.5 Meter auf die Bewegungslinie des Fahrzeuges und von dem Schnittpunkt mit der Bewegungslinie wieder auf die Zeitachse, wo man dann hier im Beispiel 1.25 Sekunden ablesen kann. Bei umgekehrter Fragestellung, wo sich das Fahrzeug z.B. 1.5 Sekunden vor der Kollision befunden hat, lotet man von der Zeitachse bei 1.5 Sekunden auf die Bewegungslinie des Fahrzeuges und von dem Schnittpunkt mit der Bewegungslinie wieder auf die Wegachse und findet so in diesem Beispiel einen Abstand von 15 Metern. In dem folgenden Diagramm können Sie sich abschließend die verschiedenen Auswertetechniken im Weg-Zeit-Diagramm für verschiedene typische Fragestellungen noch mal optisch anzeigen lassen:
Die Bewegungslinien eines Fahrzeuges im Weg-Zeit-Diagramm haben unterschiedliches Aussehen, abhängig davon, ob das Fahrzeug mit konstanter, verzögerter oder beschleunigter Geschwindigkeit bewegt wurde. Es können im Weg-Zeit-Diagramm auch zusammengesetzte Geschwindigkeitsintervalle betrachtet werden. Bei einer Fahrbewegung eines Kfz mit konstanter Geschwindigkeit sind die Bewegungslinien im Weg-Zeit-Diagramm immer Geraden, wobei die Steigung von der Geschwindigkeit abhängt. Dies wird in der nachfolgenden Grafik näher erläutert: Verlauf bei verschiedenen (konstanten) Geschwindigkeiten (Anzeigen durch Anklicken): Den Verlauf bzw. die Steigung der Bewegungslinie bei verschiedenen konstanten Geschwindigkeiten können Sie sich in obigem Diagramm vergleichend anschauen, in dem Sie durch Klicken auf die darunter befindlichen Schalter Geschwindigkeiten zwischen 0 und 72 km/h vorgeben. Ein Stillstand des Fahrzeuges liegt selbstverständlich bei 0 km/h vor und Sie sehen, wenn Sie diesen Schalter betätigen, dass die blaue „Bewegungslinie“ des Fahrzeuges senkrecht nach oben zeigt. Auf der Wegachse wird bei Stillstand somit erwartungsgemäß keine Wegstrecke angezeigt. Sie sehen weiterhin, dass mit wachsender Geschwindigkeit nach der Betätigung der entsprechenden Schalter die Bewegungslinie in Bezug auf die Wegachse immer flacher verläuft. Das war auch nicht anders zu erwarten, so sehen Sie, wenn Sie z.B. die Geschwindigkeit von 18 km/h auf 36 km/ verdoppeln, dass dann in der gleichen Zeiteinheit (von z.B. 1 Sekunde) auch die doppelte Wegstrecke zurückgelegt wird. Mit wachsender Geschwindigkeit wird der Verlauf der Bewegungslinie/der Geraden also immer flacher. Ein Herabfallen der Bewegungslinie bis auf die Wegachse ist technisch nicht möglich, denn das würde ja bedeuten, dass sich das Fahrzeug zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten befindet.
Die Bewegungslinien im oberen rechten Bereich in obigem Diagramm haben während der 1. Sekunde einen geradlinigen Verlauf genau wie in den Diagrammen für konstante Geschwindigkeiten. Das liegt daran, dass für die Berechnung der obigen Fahrlinien zunächst eine Reaktionszeit von 1 Sekunde berücksichtigt wurde. Während der Reaktionszeit ist eine Bremsung des Fahrzeuges noch nicht aktiv und das Fahrzeug fährt mit konstanter Geschwindigkeit unverändert weiter. Erst dann (nach Ablauf der Reaktionszeit) wird die Geschwindigkeit durch die einsetzende wirksame Verzögerung während der Bremsung je Zeiteinheit kontinuierlich reduziert, die Bewegungslinie „krümmt“ sich fortschreitend. Am Ende der Bremsung (es wird hier in den Beispielen bis zum Fahrzeugstillstand gerechnet) gleicht sich die Parabel einer senkrechten Geraden an, genau so wie es in dem vorletzten Diagramm mit v=0 km/h bereits ersichtlich war. Aus dem Verlauf der oben dargestellten Bewegungslinien kann man bereits ohne weitere Berechnung erkennen, dass es sich um die Darstellung eines abgebremsten Fahrverlaufs handeln muss. Bei einer Bremsung ist die „Öffnung“ der Parabel grundsätzlich von der Zeitachse abgewendet, wie man leicht dem obigen Diagramm entnehmen kann. Bei einem beschleunigten Fahrvorgang zeigt die Krümmung der Fahrlinie zur Zeitachse, was das unten folgende Diagramm veranschaulicht. Beschleunigung : Im obigen Diagramm sehen Sie den Bewegungsablauf bei einer beschleunigten Anfahrt eines Fahrzeuges. Im Diagrammteil oben rechts erkennen Sie wieder den senkrecht verlaufenden Beginn des Anfahrvorganges, wie bei der Erläuterung der konstanten Geschwindigkeiten beim Stillstand eines Fahrzeuges weiter oben erläutert wurde. Damit erkennen Sie bereits aus der Grafik, dass die Beschleunigung des Fahrzeuges aus dem Stand berechnet wurde. Die „Krümmung“ der Anfahrparabel ist der Zeitachse zugewendet, woraus ersichtlich wird, dass hier ein Beschleunigungsvorgang dargestellt wird. Mit diesen Grundlagen können wir uns auf der nachfolgenden Seite nunmehr die Annäherung zweier Fahrzeuge vor der Kollision (Pre-Crash-Phase) im Weg-Zeit-Diagramm anschauen. Zusätzlich kann dort mit individuellen Werten die Ausgangsgeschwindigkeit und eine evtl. mögliche Vermeidbarkeitsgeschwindigkeit festgestellt und im Weg-Zeit-Diagramm dargestellt werden. [Diese Seite wird derzeit aktualisiert und steht in Kürze wieder zur Verfügung] |